Tattooentfernung mit Laser

Was können Sie nachfolgend in unserer umfassenden Darstellung der Laser Methode erwarten und was nicht. Natürlich sind wir nicht objektiv, denn wir vertreten ja das gegensätzliche Konzept, der Tattooentfernung OHNE Laser! Allerdings liegt gerade hier der Nutzen für Sie. Wir beleuchten in unserer Untersuchung viele Aspekte die von den Dermatologen und der Laserlobby oftmals bewusst unterschlagen oder weggelassen werden. Wir versuchen dabei möglichst wenig eigene Beurteilungen einfließen zu lassen. Um es jedoch klar vorweg zu nehmen, wir halten aufgrund all der nachfolgend erwähnten Aspekte die Lasertechnik nicht für eine geeignete um Tattoos zu entfernen. Im Übrigen entfernt Laser ja auch keine Tattoos, sondern verteilt die Farbe nur im ganzen Körper, aber dazu später mehr. Nachfolgend erläutern wir die Methode der Laser Tattooentfernung technisch und medizinisch, zeigen deren Risiken und Nebenwirkungen in Wort und Bild auf und bewerten abschließend das Nutzen-Risiko Verhältnis der Methode.

Die mit Abstand am häufigsten praktizierte Entfernungsmethode heutzutage ist die Entfernung mittels Laser. Dabei wird in Sekundenbruchteilen gebündelte Lichtstrahlen auf die Haut geschossen, das die Farbpigmente in kleinere Fragmente zertrümmert, aber das Gewebe unverletzt lässt. Die geschieht, weil das hochenergetische Licht, das für seine Wirksamkeit genau im Absorptionsspektrum der betreffenden Tattoofarbe liegen muss, einen Sprengeffekt auslöst. Die hohe Energie erhitzt die Farbklumpen in kürzester Zeit auf 900 Grad und bringt sie damit zum explodieren. Die dabei entstehenden kleineren Bestandteile werden entweder in tiefere Hautschichten gedrückt, vom Lymphsystem aufgenommen und abtransportiert oder verbleiben weniger sichtbar, weil kleiner, in der Hautschicht liegen, bis die nächste Behandlung sie ggf. erneut zum explodieren bringt und sie abermals kleiner werden.

Es gibt seit mehreren Jahrzehnten verschiedene Arten von Lasergeräten mit unterschiedlichen Eigenschaften. Viele der Laser sind für die Behandlung von Hautanomalien im Einsatz wie z.B. Besenreiser, Teleangiektasien, Feuermale aber auch Pigmentveränderungen, Altersflecken oder Enthaarungtherapien. Nicht jeder der in der Dermatologie verwendeten Laser ist für Tattooentfernung geeignet. Während die Wellenlänge älterer Geräte (Argonlaser, Rubinlaser, CO2 Laser, etc. …) nur eine oder wenige Farben zuließ, verwendet man heute überwiegend gütegeschaltete YAG Laser, von denen es auch viele sich unterscheidende Arten gibt (Erbium, Alexandit, Pico Sure, …).

Zum besseren Verständnis der immer wieder auch missverständlich verwendeten Begriffe hier eine kurze Erklärung. „YAG“ Laser ist eine Abkürzung für einen mit Neodym ausgestatteten Yttrium-Aluminim-Granat-Laser. Neodym ist ein chemisches Element (Nd) und gehört zu den seltenen Erden. YAG Laser gehört zur Gruppe der Festkörper Laser, dessen Medium aus einem Nedoym Kristall besteht und Wellenlängen von 1064 nm produziert. Die Wellenlängen sind entscheidend dafür, dass die Farben durch die Absorption des Lichts in Schwingungen und dann zum Zerplatzen kommen. Mit 1064 nm (nm = Nanometer) wird z.B. schwarze Farbe beschossen, mit 534 nm rote Farbe und mit 694 nm grüne und blaue Farbe. Die Begriffe „Q-switsch“, „gütegeschaltet“ und „kurzgepulst“ werden identisch verwendet und bedeuten, dass die Wellenlänge von 1064 nm z.B. mittels technischer Hilfsmittel verkürzt wird um auch andere Farben, deren Frequenzen geringer sind, in Schwingungen zu versetzten und schließlich zum Zerplatzten zu bringen. Die überwiegend von Nichtärzten angewandte IPL Blitzlampentechnologie (Intense Pulsed Light) zählt zwar physikalisch nicht zu den Lasern, ist jedoch hinsichtlich der Wirkung, der Risiken und der Nebenwirkungen vergleichbar. Sie wird überwiegend für Haarentfernung verwendet. (1)

Laser ist für die Entfernung von Tattoos nur bedingt geeignet und erfordert jahrelange Erfahrung und viel Fachkenntnis. Für eine korrekte Behandlung müssen viele Parameter des Gerätes in Übereinstimmung gebracht werden.

  • Der Behandler muss die genaue Farbfrequenz mit dem Auge erkennen, um die Wellenlänge des Lasers darauf einzustellen, falls dies bei dem verwendeten Laser möglich ist, ansonsten muss er mehrere Lasergeräte anwenden. Tut er das nicht, oder nicht korrekt, erfolgt nur eine gefährliche Erhitzung, aber keine Zerstörung der Farbteile mit teilweise dramatischen Auswirkungen. Dies ist oft sehr schwierig zu erkennen, da aufgrund von gemischten Farben oder der unterschiedlichen Bestandteile einzelner Farben (allein Cardinal Red enthält 50 bis 60 verschiedene Substanzen), aber auch bei übereinander liegenden Farben (Cover) und kleinteiligen Motiven es viel Erfahrung bedarf, die richtige Frequenz zu erkennen und auszuwählen.
  • Der Behandler muss optisch und von Außen die Tiefe erkennen können in der das Tattoo liegt. Dies ist nicht so einfach, weil z.B. eine Farbe in unterschiedlichen Tiefen verteilt sein kann und zusätzlich auch noch in durchaus unterschiedlichen Mengen. Tattoofarben finden sich in Zellschichten der Dermis von weniger als 1 mm bis zu 4 mm Tiefe. Darauf muss der Behandler die Lichtstärke genau einstellen, die im Übrigen in Watt/Quadratzentimeter (W/cm2) angegeben wird.
Tattoofarbe lagert sich in den Zellen ungleichmäßig ab

Tattoofarbe lagert sich in den Zellen ungleichmäßig ab

  • Ein weiterer Parameter ist die Impulsdauer, die in Nanosekunden gemessen wird. Bei einigen Geräten ist sie einstellbar. Modernere Geräte wie z.B. der Pico Laser haben eine sehr kurze Taktfrequenz, die es ihnen ermöglicht die großen Farbklumpen schon mit wenigen Behandlungen in sehr kleine Teile zu zerstückeln (bezeichnet die Frequenz: pico = 1012 = ein Billionstel einer Sekunde; nano = 109 = ein Milliardstel einer Sekunde).
  • Weiterhin ist die Größe des Lichtkegels (Durchmesser des Laserstrahls) regelbar.
  • „Zur Erhöhung der Leuchtkraft und Deckung wird manchen Tätowierungstinten Eisenoxid (schwarze und braune Tinten) oder Titandioxid (weiß, pink, orange, rot, violett) zugesetzt. Diese Farbstoffarten, die ab und zu von professionellen Tätowierern eingesetzt werden, lassen sich vom Laser nur schwer oder gar nicht entfernen.“ (3)

Die besten Entfernungsergebnisse lassen sich bei der Farbe schwarz erzielen, die schlechtesten (bzw. gar keine) bei gelb. Die größten Schwierigkeiten bereiten bunte Tätowierungen. Oft weiß keiner welche Farben verwendet wurden und woraus sie bestehen. (2)

Die Anzahl der Behandlungen schwankt daher je nach Menge, Qualität der Farbpigmente und der Tiefe in der das Tattoo in der Haut liegt. (3)

  • Es kann durch die Laserbehandlung zur Hautrötung, zum Teil auch mit Schmerzen, zur Bildung von Blasen und zu verkrusteten Stellen kommen.
  • Unter Umständen können sich starke Narben ergeben.
Das Keloid das nach einer Laserbehandlung entstand, bedeckt bereits das gesamte Tattoo. (4)

Das Keloid das nach einer Laserbehandlung entstand, bedeckt bereits das gesamte Tattoo. (4)

  • Manchmal kann eine Farbe der Tätowierung in eine dunkle Farbe umschlagen, die sich mit dem Laser nicht mehr entfernen lässt.
  • Ebenfalls können Pigmentstörungen vorkommen, die meist vorübergehend sind, aber auch dauerhaft sein können.
Farbumschlag und Pigmentstörungen und sogar Schmerzen nach Laserbehandlung; rechts Detailansicht (5)

Farbumschlag und Pigmentstörungen und sogar Schmerzen nach Laserbehandlung; rechts Detailansicht (5)

  • Bestimmte Hautkrankheiten (z- B. Herpes, Akne) können durch das Lasern ausgelöst oder verstärkt werden. Des Weiteren sind allergische Reaktionen nicht auszuschließen, auch aufgrund der in den Farbstoffen enthaltenen Verunreinigungen. Ebenso können Infektionen auftreten oder sich Fremdkörpergranulome entwickeln. (6), (7)
  • In Einzelfällen können diese allergischen Reaktionen bis zu einem allergischen Schock reichen. (8)
  • Ein sehr hoher Prozentsatz der Laserbehandlungen werden nicht zu Ende behandelt, weil sich spätestens nach der 6. bis 10. Behandlung keine Verbesserungen mehr einstellen. Entweder kann der Laser den Farbton nicht entfernen, z.B. weil kein geeigneter Laser für die benötigte Farbfrequenz verfügbar ist , oder die zerkleinerten Farbpartikel wurden in den unteren, für Laser nicht erreichbaren, Teil der Dermis bzw. bereits der Subkutis (Fettgewebe) verbracht, wo er als Schatten sichtbar bleibt und nur noch mit chirurgischen Mitteln entfernt werden kann.
  • „Eine bisher noch völlig unerklärliche Nebenwirkung ist massiver Juckreiz meist vergesellschaftet mit einem Anschwellen. Ob es sich um allergische Reaktionen handelt, bleibt offen“. (7)
  • Da die Farbkristalle bei der Laserentfernung zertrümmert werden, und neue Bestandteile freigesetzt werden, können auch Fremdkörperreaktionen und Allergien auftreten. Im Falle von Akzofarbstoffen können deren Spaltung durch UV Strahlung und Laser krebserregende aromatische Amine entstehen. Die Farbpigmente, ihre Spaltprodukte und Verunreinigungen wandern dann durch das Gefäßsystem durch den Körper. Nachweisbar sind sie z.B. in den Lymphknoten, der Milz und der Leber. (10).
  • „Narben entstehen vor allem, wenn falsch mit dem Laser gearbeitet wurde z. B. die Tiefeneinstellung war nicht korrekt, es floss zu viel Energie, sodass das Tattoo nicht zersprengt sonder schmilzt mit der Folge, dass die Haut aufplatzt und es zu starkem Blutfluss kommen kann mit nachfolgender Vernarbung. Das ist sehr schmerzhaft und auch das Tattoo geht dann selbst nach mehreren Sitzungen nicht mehr weg.“ (11)
  • Während Nanopartikel in der Kosmetik weitgehend verboten sind, führt die Zertrümmerung von Farbmolekülen z.B. durch den als innovativ geltenden Pico Sure Laser, zu Nanopartikeln, die im Körper verteilt werden. Dabei sind Farbmoleküle sicher schädlicher für den Organismus als jedes kosmetische Produkt.

„Eine perfekte Entfernung gelingt bei einem Standardtattoo in etwa 50 Prozent der Behandlungen. In ungefähr 30 Prozent kann ein Rest, also ein Schatten der Tätowierung, leicht sichtbar bleiben.“ (12)

Obwohl es auch erfolgreiche Entfernungen mit Laser gibt, verschwindet die Farbe sehr oft auch nach vielen Behandlungen nicht vollständig. Dadurch ergeben sich dann Schatten, die auch durch andere bekannte Methoden nicht mehr entfernt werden können. Nahezu alle wissenschaftliche Quellen empfehlen, dass Laserbehandlungen ausschließlich durch gut ausgebildete, erfahrene Dermatologen vorgenommen werden, die ausreichen Erfahrung im Umgang mit den Lasergeräten haben und profunde klinische Erfahrung in der Laser Tattooentfernung. (13)

Auf den Punkt gebracht hat das Risiko – Nutzen Verhältnis bei der Laserbehandlung Dr. Erich Kasten, Universität Göttingen mit folgender Aussage: „Erstens wissen wir nicht, was in den Farben enthalten ist, zweitens wissen wir nicht, was aus den Inhaltsstoffen der Farben wird, wenn sie mit dem Laser bestrahlt werden.“ Und drittens wisse man nicht, wohin die pulverisierten Farbstoffe im Körper gelangen und was sie dort bewirken. „Das heißt also: Wir haben keine Ahnung über mögliche Nebenwirkungen oder Folgeerkrankungen.“ (14)

Tattoofarbe in Lymphen.

Tattoofarbe in Lymphen.

 

Laser entfernt die Tattootinte nicht, er verkleinert die Partikel nur. Sie werden in Lymphen, Leber, Milz und den Blutgefäßen abtransportiert und dort abgelagert. Sie verlassen den Körper nicht, sondern belasten die Organe. (15)

(1) Deutsche Dermatologische Lasergesellschaft e.V., www.ddl.de)

) „Vorsicht vor Vielfarbigen Tattoos“ sl Biedersteiner Kolloquium „Haut und Allergie“,

München, 2006 zitiert aus ÄP DermatologieAllergologie 1/2006 S 11-12

) Farbverstärker in Tätowiertinte http://www.medizin24.tv/medizin/dermatologie/337-tattoo-entfernung

4) Australien: „Widened and Hypertrophic Scar Healing Treatment & Management“ Author:

Bradon J Wilhelmi, MD; Chief Editor: Joseph A Molnar, MD, PhD, FACS

) Skinial Kundendatenbank, 445-2013

6 ) miomediChirurgie 8.7.2012

http://www.chirurgie-portal.de/haut-dermatologie/taetowierung-laser-entfernung.html

) Dr. rer. nat. Wolfgang Bäumler, Laserspezialist der Universitätsklinik Regensburg in ÄP DermatologieAllergologie 1/2006 S 11-12

(8) Dermatologin Dr. Alder, themenportal myNEWSdesk 2012 www.themenportal.de/gesundheit/Tattoolos-Laserbehandlung-Yael-Adler

(9) Skinial Kundendatenbank 301-2012 / 597-2011 / 89-2012

(10) Kommentar u.a. vom Helmholtz Zentrum, München und mehreren Dermatologen via

OnMedia.de Link: http://www.onmeda.de/g-rat/tattooentfernung-679.html

(11) Presseerklärung der PARA MEDIC UG in Gütersloh vom 2.4.2012 – Einem Produzent von Lasergeräten

(12) Dermatologe Dr. Heiko Grimme „Hautzentrum am Kurpark“ in Stuttgart 15.09.2012 in WELT ONLINE http://www.welt.de/109032744

(13) Tattoo removal by non-professionals – medical and forensic considerations 12.9.2009 – by S. Karsai, G. Krieger, C. Raulin 2009 published in:

Journal compilation of European Academy of Dermatolgoy and Venerology

(14) Dr. Erich Kasten vom Institut für Medizinische Psychologie an der Universität Göttingen,

„Risiken der Tattoo-Entfernung: Wenn die Jugendsünde weg soll“ (DPA)

(15) „The fate of Tattoo Pigments in the Skin“, entnommen aus dem Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Bäumler,

Regensburg anlässlich des BfR Symposiums „First International Conference on Tattoo Safety“ Juni 2013 in Berlin.

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