Die Entstehung von Narben

Einführende Bemerkungen über die Entstehung von keloiden und hypertrophen Narben

Über 100 Millionen Patienten alleine in der westlichen Welt bekommen jährlich nach Operationen oder anderen Traumata Narben auf der Haut. Jeder kennt Brandnarben und deren Ursachen sind auch hinreichend bekannt. Der Unterschied zwischen Keloiden und Hypertrophen Narben ist hingegen nicht immer einfach zu erkennen.

Ganz allgemein beschränken sich hypertrophe Narben auf das verletzte Areal und sich räumlich begrenzt, wohingegen Keloide sich über diese Grenzen hinaus ausdehnen und teilweise großflächig auftreten.

Hypertrophe Narben treten i.d.R. 4 – 8 Wochen nach der Reizung auf (Infektion, Schließung der Wunde oder traumatische Hautverletzung). Danach setzt eine Wachstumsphase ein die bis zu sechs Monate dauern kann um sich dann sukzessive über mehrere Jahre zurückzubilden, ggf. zu flachen, symptomlosen, unauffälligen Narben. Sie bestehen aus einer Überproduktion von Kollagenfasern die parallel zur Epidermis verlaufen. Hypertrophe Narben treten mit einer Häufigkeit von 40% bis 70% bei chirurgischen Eingriffen und mit 91% Häufigkeit bei Brandwunden auf, je nachdem wie tief die Verletzungen sind. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass verschiedene Hormone ebenfalls das Wachstum beschleunigen, daher sind Menschen in der Pubertät und Schwangerschaft gefährdeter.

Keloide hingegen können sich durchaus mehrere Jahre lang weiter entwickeln. Die Ursache können völlig unbedeutenden kleine Verletzungen oder gar spontanes Auftreten ohne jede erkennbare vorherige Reizung sein. Keloide sind hartnäckiger, bestehen länger und bilden sich nicht spontan zurück. Auch die Blutgruppe A ist auffällig häufiger bei Keloiden vertreten. Bei über 50% aller Keloid Patienten sind genetische Prädispositionen vorhanden. Ein Keloid bestehen ebenfalls aus einer Überproduktion von Kollagenfasern, jedoch verlaufen diese ungeordnet.

Beide Narben produzieren zu viel Proteine sogenannte multiple Fibroblasten. Es scheint entweder eine krankhafte Verhinderung von Wundheilung oder fehlende Heilungsunterbrechung vorzuliegen.

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