Wissenschaftliche Informationen über Milchsäure

Milchsäure ist die am weitesten verbreitete Säure in der Natur. In der Form von Lactat ist es für den menschlichen Organismus ein normaler Bestandteil und wichtiges Zwischenprodukt im Stoffwechsel, zum Beispiel als Produkt beim Abbau von Zucker durch die Milchsäuregärung. Milchsäure kommt im Schweiß, Blut im Muskelserum, der Niere, Galle und im Speichel vor. Sie ist in fast allen Shampoos, in vielen kosmetischen Produkten, Lebensmitteln (z.B. Saure Gurken, Sauerkraut, Sauerteig, …) enthalten. Die antiseptische Wirkung von Laktat schützt die Haut vor Krankheitserregern. Die Bildung und der anschließende Abbau von Milchsäure im Körper nach dem Sport ist verantwortlich für den bekannten Muskelkater. Die stark verdünnte Milchsäurelösung, die dem Körper bei der Skinial Methode zugeführt wird, wird nach der eingetretenen Wirkung der Abstoßung der Farbmoleküle binnen 30 Minuten automatisch und rückstandsfrei abgebaut (synthetisiert).

In einer Konzentration bis zu 40 % ist Milchsäure als „Chemisches Peeling“ selbst in sehr hohen Mengen, 50 ml und mehr, im Gesicht und Körper im Einsatz. Ärzte verwenden zur Heilung von Akne auch Konzentrationen von über 70 %.

Dermatologen kennen sich i.d.R. mit Tattooentfernung und Milchsäure kaum aus. Leider führen die wenigen vom BfR gemachten Stellungnahmen immer wieder zur Diskreditierung der Tattooentfernungsmethode mittels Milchsäure. Was selbst der Mehrzahl der Fachleute kaum bekannt ist, ist dass es bei der dermalen Beurteilung weniger auf den Säuregrad ankommt, als auf den pH-Wert. Bei Skinial liegt er über 3 was vergleichbar ist mit vielen bereits sicherheitsbewerteten Kosmetikprodukten. Coca-Cola hat beispielsweise einen pH-Wert von 2,3.

In dem oben zitierten Bericht des BfR wird auch ein Schreiben des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erwähnt, in dem Milchsäure wie folgt beschrieben wird:

„… L(+)-Milchsäure ist eine alpha-Hydroxysäure, die natürlicherweise in Pflanzen und Tieren vorkommt. Sie entsteht endogen bei anaeroben Abbauprozessen und durch Mirkoorganismen des Magen-Darm-Traktes. Milchsäure wird ferner über die Nahrung aufgenommen. …“

PharmaWiki

PharmaWIKI schreibt z.B: Hautpflegemittel sind pflegende und hydratisierende Hautpflegemittel (Salben, Crèmen, Lotionen), … Einige enthalten feuchtigkeitsspendende oder – bindende Substanzen wie zum Beispiel Harnstoff oder Milchsäure. (Quelle:http://www.pharmawiki.ch/wiki/Index.php?wiki-hautpfelgemittel )

Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung

Die GESTIS Stoffdatenbank des IFA (Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung) erläutert wie Milchsäure im Körper natürlich aufgenommen und verstoffwechselt wird:

„… Die Effektivität der Verstoffwechslung ist dadurch erklärlich, dass L(+)-M. (Milchsäure) auch physiologisch im Organismus gebildet und mittels L_Lactadehydrogenase abgebaut wird. …. die Verstoffwechslung erfolgt durch Konvertierung zu L(+)-M. in der Leber oder Umsetzung zu Glocose/Glycogen (Zucker) … .“

Auf eine Anfrage des Unternehmens Skinial, wie denn Milchsäure einzustufen sei, antwortete das KompetenzCenter Nordrhein-Westfalen des Ministeriums für Arbeit Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen am 16.11.2011 folgendermaßen:

„…Der pH-Wert fü̈r das Racemat (Mischung linksdrehender und rechtsdrehender Milchsäure) ist mit pH 2,8, Temp 20° C, u 10g/l angegeben. Danach ist eine Einstufung als ätzend nicht gegeben. …“

Im „Bericht über die 61. Sitzung der Kommission / Expertengruppe für kosmetische Mittel des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) am 30. November 2000 in Berlin“ stellt das Institut bereit fest:

„… Die bloße Beschränkung der Konzentration und des pH auf bestimmte Werte reicht somit nicht aus, eine Voraussage über die Verträglichkeit eines AHA-haltigen kosmetischen Mittels zu gestatten. Jede Formulierung muss individuell auf Ihre Verträglichkeit untersucht werden. …“

Und weiter unten: „ … In dem die Kommission sagt, dass hohe Konzentrationen gesundheitlich bedenklich sind und Grenzwerte nötig werden, widerspricht die Kommission ihrer eigenen Einschätzung aus dem Jahre 1998. Der Grund für die Änderung der Empfehlung zu Alphahydroxysäuren in kosmetischen Mitteln sind neuere Studien und Erkenntnisse, die eine Neubewertung nötig machen, wonach bei vergleichbaren Einsatzbedingungen (pH, Konzentration) die Produkte unterschiedlich vertragen wurden und je nach individuellem Zustand der Haut unterschiedliche Reaktionen auftraten. Dieser Umstand zeigt, dass es keine Grenzwerte geben kann und individuell entschieden werden muss. …“

Klinische Studie zu Milchsäure durch die PRIORI® Advanced AHA Cosmeceuticals: (Auszüge aus der Studie)

„… Zudem konnten Forschungsergebnisse zeigen, dass Milchsäure den natürlichen Wundheilungsprozess anstösst, und so die Fähigkeit der Haut, Wasser zu binden, deutlich erhöht. Die Einbeziehung dieser Ergebnisse der Advanced AHA Produktserie mit LCA Complex haben zu einer deutlich verbesserten Effektivität der Produkte geführt, die sich in den guten Ergebnissen bei Anwendung zu Hause und in Kosmetikinstituten zeigt. … Die körpereigene Milchsäure ist der natürliche Moisturizer unserer Haut was zu deutlich verbesserten Ergebnissen bei weniger Hautirritationen führt. Neueste Forschungsergebnisse zeigen zudem, dass die Milchsäure im Vergleich zu anderen Fruchtsäuren wesentlich effektiver in ihrer verstärkenden Wirkung auf den Hyaluronsäuregehalt der Haut (70-95% effektiver als Glykolsäure). … Weiterhin konnte unlängst gezeigt werden, dass die Fruchtsäuren den Feuchtigkeitsgehalt der Haut über eine natürliche Wundheilungsreaktion erhöhen – da Milchsäure die körpereigene Fruchtsäure darstellt, sind die Ergebnisse noch deutlicher. … Weiterhin spielt die Hyaluronsäure eine wichtige Rolle bei der Zelldifferenzierung und der Wanderung von Zellen durch ein Gewebe, wie dies z.B. bei der Wundheilung geschieht. … Der natürliche Trigger zur Hyaluronsäurebildung unserer Haut ist Milchsäure, die diesbezüglich auch die stärkste Wirkung im Vergleich zu allen anderen Fruchtsäuren besitzt, und so auf natürliche Weise zu einer gesunden und strahlenden Haut beiträgt.  

Daher ist die Milchsäure die Fruchtsäure der Wahl, wenn es darum geht, den natürlichen Feuchtigkeitsgehalt der Haut zu erhöhen – insbesondere wichtig bei älterer Haut. Weiterhin konnte unlängst gezeigt werden, dass die Fruchtsäuren den Feuchtigkeitsgehalt der Haut über eine natürliche Wundheilungsreaktion erhöhen – da Milchsäure die körpereigene Fruchtsäure darstellt, sind die Ergebnisse noch deutlicher.

Ein Safety Assessment (Sicherheitsbewertung) zur Anwendung von 30%iger Milchsäure in kosmetischen Anwendungen (CIR Compendium 2011) wird u.a. festgehalten, dass die Hautirritationen bei 30 %iger Milchsäure sehr gering sind jedoch die UV Sensibilität teilweise erhöht sein kann (eine von zwei Studien).

„ … Likewise, rinse-off uses with concentrations no greater than 30% and a pH no less than 3.0 are considered to present an acceptable irritation risk if applied in a brief, discontinuous fashion followed by thorough rinsing by trained individuals. … Sun Sensitivity – Limited data assessing the effects on MED show that the MED was increased in one study and reduced in another by AHA application. … The Expert Panel expanded on the meaning of daily use of sun protection to include the American Academy of Dermatology (AAD) recommendations. The AAD recommends avoiding the sun between the peak hours of 10:00 am and 4:00 pm, using a sunscreen with an SPF of 15 or greater and wearing protective clothing and hats. …“

 

 

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15 Mai 2019 Von SKINIAL in Milchsäure

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